Vom Mut, der Gewalt zu widerstehen

steht als Motto über dem Programm der Romerotage 2016. Dieser Aufruf gilt auch für das Leben des Erzbischofs von El Salvador, Oscar Romero, der 1980 ermordet und 2015 in Anerkennung seiner Haltung selig gesprochen wurde. Romero begegnete Gewalt friedlich und gewaltlos, durch Worte und Taten. Dieser Haltung fühlen sich die Hamburger Romerotage verpflichtet. Die Romerotage 2016 führen über Gottesdienste, Referate, Filme und Diskussionen zu konkreten Beispielen von gewaltlosem Widerstand gegen brutale Gewalt in verschiedenen Ländern Lateinamerikas.

Gewalt hat viele Ursachen und zahlreiche konkrete Ausprägungen: Ausbeutung von Menschen und natürlichen Ressourcen eines Landes, Ansprüche und Gier nationaler und ausländischer Machteliten, die  Durchführung von Großereignissen, Mega- und Leuchtturmprojekten zu Lasten der armen Bevölkerung.

Blutige Konflikte in Mexiko, Mittelamerika, Kolumbien werden, auch mit Waffen aus Deutschland, geführt. Deutsche Firmen beziehen Rohstoffe aus Lateinamerika, häufig unter Verletzung der Menschenrechte. Es gibt aber auch Mut machende Beispiele. Im Januar 2014 haben 33 Mitgliedstaaten der »Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und karibischen Staaten« (CELAC) Lateinamerika und die Karibik zur Friedenszone erklärt. Die diesjährigen Romerotage wollen aufzeigen, wie Menschen in den verschiedenen Gesellschaften Lateinamerikas versuchen, sich aus katastrophalen Erfahrungen von Gewalt zu lösen und nach Wegen zum Frieden zu suchen.

In Kuba, in Kolumbien, in Mexiko wird verhandelt, in anderen Ländern wie Ecuador und Bolivien sind bereits konkrete Erfahrungen gemacht worden, Rückschläge nicht ausgeschlossen. Die Menschen in den meisten Ländern haben noch weite Wege vor sich. Die Gesellschaften des Nordens müssen ihren Beitrag zum gerechten Frieden im »globalen Süden« leisten.